Sieben Fragen, sieben Antworten zur GT Winter Series - die Macher der Serie stehen Rede und Antwort

Die GT Winter Series bietet Teams und Fahrern ein ganz neues Konzept. Anstatt wie sonst üblich mehrere Rennserien in einem Veranstaltungspaket, teilt sich die GT Winter Series den Zeitplan mit Test- und Trackdays. Warum dies für alle nur Vorteile hat, erklären die Ideengeber und Macher. Markus Gedlich ist Geschäftsführer des Veranstalters Gedlich Racing, Robin Selbach Vertriebsleiter und Projektmanager der GT Winter Series.


?: Herr Gedlich, wie kamen Sie auf die Idee, eine Rennserie für den Winter ins Leben zu rufen. Gibt es nicht schon genügend Rennserien und warum ausgerechnet im Winter?


MG: Es gibt viele Rennserien, aber eben keine in der Winterzeit. Warum soll Racing nur im Sommer laufen? Wir betreiben nun in der zehnten Saison unsere Trackday-Serie Endless Summer Ascari und merken, wie mehr und mehr unserer Kunden in den Amateur-Motorsport gehen. Andere würden gerne den Schritt wagen, ihnen fehlt aber die richtige Plattform auf der richtigen sportlichen Ebene. Hier setzen wir an: wir bringen sie in unsere Trackdays auf den besten Strecken Spaniens und bieten ihnen im selben Event die Option, echte Rennen zu fahren. Etablierten Teams und Fahrern bieten wir die Chance, professionell organisierten Motorsport auf sportlich sehr guter Ebene zu einer Zeit zu betreiben, in der dies bisher nicht ging.


?: Wie läuft das in der Praxis? Braucht man eine Rennlizenz und wie sind die Abläufe?


MG: Die Serie erfährt ihre Anmeldung bei der spanischen Behörde, daher dürfen Fahrer mit nationaler Lizenz teilnehmen. Wir bieten dafür am Tag vor dem Event einen Kurs an. Wenn man mit dieser Lizenz fünf entsprechende Ergebnisse in der GT Winter Series einfährt, kann man sogar die internationale C Lizenz erwerben. Für viele Teams und Fahrer ist das ein Vorteil, zum Beispiel wenn sie VLN oder 24h Rennen, aber auch andere Serien fahren wollen, für die eine internationale Lizenz vorgeschrieben ist. Da wir pro Event zwei Sprintrennen und eine Endurance mit zwei Teilabschnitten haben, kann man theoretisch pro Event bis zu 4 Ergebnisse einfahren. Ausserdem gibt es Meisterschaftspunkte in allen derzeit gängigen Fahrzeugklassen. Ausgeschüttet werden hochwertige Sachpreise, zudem gibt es am Ende der Saison eine grosse Meisterschaftsfeier.



"Warum Racing nur im Sommer betreiben. Wir haben die besten Strecken Spaniens und bieten die perfekte Kombi aus etablierten Test- und Trackdays und professionell organisiertem Motorsport"







?: Das klingt verlockend. Bedeutet das, dass Sie sich vom Trackday-Business weg und hin zum Racing bewegen?


RS: Hier muss ich ganz vehement widersprechen. Unser Konzept ist vor allem, unsere Trackdays durch die GT Winter Series noch attraktiver zu machen und zugleich eine Rennserie bereitzustellen, die besonders effizient für Teams und Fahrer ist. Die etablierten Trackdays sind ja gerade der Grund, warum die Teams mit nur einer Anreise zwei verschiedene Fahroptionen (Trackday oder Racing) anbieten können. Das hält den Motorsport erschwinglich für den Kunden und macht es zugleich besonders lohnenswert für die Motorsportteams. Zudem bieten wir mit geplanten 800 Trackday-Teilnahmen für die kommende Saison einen riesen Pool an Kunden, von dem auch die Teams profitieren und der das Starterfeld der GT Winter Series bunt machen wird.


?: Warum haben Sie sich gerade für Spanien und Portugal entschieden? Es gibt doch auch die Möglichkeit, im mittleren Ostern oder in Italien und Frankreich zu fahren.


RS: Middle East bietet tolle Anlagen, aber es ist für die Fahrer und die Teams ein riesen Aufwand, dorthin zu fahren. Zudem sind die Strecken beinahe unerschwinglich teuer in der Tagesmiete, was wiederum Nenngeld und Trackday-Gebühren hochtreibt. Italiens Strecken liegen alle im Norden und bieten ebenso wie Frankreich im Winter keine Wettersicherheit. In Spanien und Portugal liegen wir perfekt - am südlichsten Punkt Europas und dennoch nur 2:45 Stunden entfernt von Deutschland. Ausserdem sind alle begleitenden Kosten wie Hotel, Leihwagen und Flüge erschwinglich, da die Jahreszeit für die Region Nebensaison ist.


?: Nun behaupten Sie ja, die Integration der GT Winter Series in den Zeitplan der Trackdays bietet nur Vorteile. Auch für die Trackday-Kunden? Müssen Sie diesen nicht Fahrzeit klauen, um die Rennen fahren zu können? Und was machen die Trackday-Kunden, während die anderen Rennen fahren?


RS: Absolut nein. Je nach Location haben die Trackday-Kunden sogar mehr Fahrzeit als in den letzten Jahren. Wir buchen dafür bei den Strecken Extrazeiten und füllen ausserdem die Mittagspause. Die Trackdays laufen wie gehabt open pitlane. Die einzige Unterbrechung ist am Vormittag von Tag 1 eine 20-minütige Tracktime für das Qualifying des Sprints. Die Trackday-Kunden haben an zwei Tagen durchschnittlich rund 12 Stunden freie Fahrzeit ohne Gruppeneinteilung, teilweise sogar mehr. Da kommt niemand zu kurz. Ausserdem ist es ein echtes Highlight, die Rennen live zu sehen, da wird die Mittagspause noch attraktiver.





"Wir bieten pro Veranstaltung optional rund 12 Stunden freie Testzeit und 2 Stunden Racing der GT Winter Series. Das gibt es sonst nirgendwo."








?: Wie sichern Sie eine professionelle Abwicklung des Renngeschehens und auch der technischen Seite. Ist das nicht viel komplizierter als in Deutschland?


MG: Komplizierter nicht, lediglich wegen der Anreise etwas aufwändiger. Wir konnten einen der erfahrensten Rennleiter für unsere Serie gewinnen, Werner Aichinger. Er weiss genau, wie man eine neue Rennserie auf der Strecke optimal leitet und sie sportlich zum Erfolg führt. Wir sind sehr dankbar, dass Werner das übernimmt. Für die technische Kontrolle steht uns ein VLN-erfahrener technischer Kommissar zur Verfügung, der sich neben der Sicherheitsausstattung auch um das Einhalten des Reglements kümmert. Für uns steht vor allem die Sicherheit absolut im Vordergrund, aber auch die technische Ausgeglichenheit. Das geht nur mit erfahrenen Leuten. Zur Sicherheit wird aus unserer Sicht besonders beitragen, dass man zusätzlich zum Rennen die Test- und Trackdays von Endless Summer Ascari hinzubuchen kann. Denn je geübter man auf einer Strecke ist, desto besser fährt man.


?: Was ist Euer Ziel für die erste Saison 2019/2020?


RS: Wir möchten vor allem eine optimale Plattform bieten, möglichst viele Fahrer auf die Rennstrecke bringen und tolle, unfallfreie Rennen zeigen. Wir möchten möglichst viele Menschen davon überzeugen, wie schön Racing bei der GT Winter Series und bei Endless Summer Ascari ist und von den Vorzügen überzeugen. Wir sind der Meinung, unsere Trackdays und echtes Racing sind die perfekte Kombi für alle und das möchten wir gerne zeigen.

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GT Winter Series · Eine Marke der Gedlich Racing GmbH

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